Infothek

Sinnerfüllt altern I

Luise Thut bezeichnete sich selbst als «Spätlese», weil sie erst mit 60 Jahren ihr Engagement für Menschen am Lebensende startete, in dem sie über zwanzig Jahre lang mit Gleichgesinnten mit Herzblut wirkte. Im Erinnern an ihre beispielhafte Tatkraft will die Luise-Thut-Stiftung mit Aktionen und Anlässen besonders auch Menschen im Altern zum gemeinnützigen Wirken ermutigen und freute sich darum über die 170 Gäste, die am 30. April 2026 den Kooperationsanlass mit dem Reusspark in Niederwil besuchten.
 

 


Sinnerfüllt Altern II

Gastreferentin am 30. April war die zu Lebensmitte und Alter sehr gefragte Entwicklungspsychologin, Systemische Familientherapeutin, Buchautorin und emeritierte Professorin der Universität Bern, Pasqualina Perrig-Chiello. Sie wusste mit fundiertem Fachwissen kombiniert mit einer angenehmen Prise Humor das Publikum in den Bann zu ziehen. Die 75-Jährige zeigte auf, warum es darauf ankommt, wie die Übergänge von der Lebensmitte ins Alter und schliesslich ins hohe Alter gestaltet werden beziehungsweise was es für das Glück in der zweiten Lebenshälfte braucht. Zum Beispiel Charakterstärken wie Eigensinn, Neugier, Vertrauen und Veränderungslust. Aber auch Neues lernen, für andere da sein, der Nachwelt etwas hinterlassen. Weil nach ihrer Ansicht auch ein sinnstiftendes Engagement dazu gehört, griff ein Podium diesen Ansatz auf am Beispiel der freiwilligen Tätigkeit in der Palliative Care. Zusammen mit der Referentin diskutierten Josefine Heldner, Freiwillige Palliative Care-Begleitdienst der Aargauer Landeskirchen; Karin Rippstein, Fachexpertin Palliative Care des Reussparks und Beatrice Koller Bichsel, Stiftungratspräsidentin der Luise-Thut-Stifung. Beim anschliessendenen Apéro, der vom Reusspark offeriert wurde, tauschten sich die Gäste noch lange zum eben Gehörten aus.

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Karin Rippstein, Fachexpertin Palliative Care Reusspark

Foto: Susanna Vanek

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Josefine Heldner, Freiwillige Palliative Care-Begleitdienst Aargauer Landeskirchen und Entwicklungspsychologin Pasqualina Perrig-Chiello

Foto: Susanna Vanek

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Gesprächsrunde «Sinnerfüllt Altern»

Foto: Susanna Vanek

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Beatrice Koller Bichsel, Stiftungsratspräsidentin Luise-Thut-Stiftung und Carmen Frei, Gesprächsleiterin des Podiums

Foto: Susanna Vanek

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Esther Kuster, Leiterin Kultur Reusspark und Mitgastgeberin des Anlasses «Sinnerfüllt Altern»

Foto: Susanna Vanek


Dead or Alive?

Sibylle Baumann ist Geschichtenerzählerin und Veranstalterin der Geschichtenoase. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie die Erzählreihe «Dead or Alive?» entwickelt – mit frei erzählten Geschichten zu Leben und Tod aus verschiedenen Kulturen. Sibylle Baumann: «In den letzten Jahren habe ich mehrere nahestehende Menschen verabschieden müssen, darunter auch meinen Bruder. Das hat den Wunsch bestärkt, Räume zu schaffen, in denen diesem Teil des Lebens achtsam und zugleich lebendig begegnet werden kann.» Die Erzählabende finden am 7. und 8. Mai 2026 im Alten Krematorium Sihlfeld in Zürich statt. In kleinen Gruppen wird über den Friedhof spaziert und an drei Stationen erzählt – in Mundart und leicht verständlichem Englisch. Storytelling schafft einen unmittelbaren Zugang: Es berührt, ohne zu überfordern, und lässt Raum für eigene Bilder und Gedanken.

 

Mehr zur Erzählreihe «Dead or Alive?»

100-Jährige in der Schweiz

Die Schweiz ist weltweit eines der Länder mit der höchsten Lebenserwartung. Zwischen 1950 und 2010 verdoppelte sich hierzulande die Zahl der Hundertjärhgien alle zehn Jahre. 2020 zählte die Schweiz rund 1700 Hunderjährige. Im 2026 sind es bereits gegen 2100 - eine Zahl, die in Zukunft noch rascher steigen dürfte. «Swiss100» heisst die erste Studie zu den über Hunderjährigen. Sie soll der Öffentlichkeit helfen, die Herausforderungen des hohen Alters besser zu verstehen. «Welcome to your future: Hundertjährige in der Schweiz» heisst die Ausstellung zur Studie, die aktuell durch die Schweiz tourt. 

Alle Infos zur Ausstellung

«heiwärts»

«heiwärts» heisst das Motto 2025/2026 des Reussparks. Mit Vorträgen, Ausstellungen oder einem spannenden kulturellen Zugang lädt das Zentrum für Pflege und Betreuung in Niederwil dazu ein, sich auf vielfältige Weise mit den Themen Sterben und Tod auseinanderzusetzen. 

Alles rund ums Reusspark-Motto «heiwärts»

Wanderausstellung Cicely Saunders

Das Beziehungsnetz von Luise Thut reichte bis in den Himmel und war auf Erden dicht geflochten. So pflegte sie eine enge Freundschaft zur Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross und genauso zur britischen Hospiz-Pionierin Cicely Saunders. Cicely Saunders hat mit ihrem Schmerzverständnis und ihrer Schmerzforschung aber auch durch ihren ganzheitlichen Begleit- und Pflegeansatz viele Menschen bewegen können, sich mit Themen wie Endlichkeit, Krankheit und Tod konstruktiv auseinanderzusetzen.
Die Wanderausstellung «Du zählst, weil Du bist» von Palliative Care und Begleitung der Aargauer Landeskirchen würdigt das Wirken der «Mutter der Palliative-Care-Bewegung».

Alle Infos zur Wanderausstellung

Wie ich einmal gehen will

Franziska von Grünigen betreibt den Podcast «My last goodbye». Ihren Gesprächspartnerinnen und -partnern stellt sie jeweils die Frage, wie sie denn einmal gehen wollen. Mit Monika alias Bio ist eine aktive Freiwillige von Hospiz Aargau der prämierten Podcasterin Red und Antwort gestanden: www.mein-nachklang.ch


Café Goodbye

Immer am ersten Sonntag im Monat lädt das «Café Goodbye» in Brugg seine Gäste ein, sich in guter Gesellschaft mit der Endlichkeit des Lebens auseinanderzusetzen, sich also auszutauschen über den Tod und das Sterben und alle Themen, die damit zusammenhängen. Das erste «Café Goodbye» im Aargau findet statt im Gesundheitszentrum Süssbach. Mehr dazu erzählt der Initiant und Seelsorger von Hospiz-Aargau, Andreas Zimmermann, in einem Beitrag in der Zeitung «Lichtblick» oder der Erfahrungsbericht im reformiert.aargau. Siehe auch: www.cafegoodbye.ch


Projektstart am 28. Februar 2025

Eingeladen zum Projektstart «erinnern ermutigt» vom 28. Februar 2025 im Stapferhaus Lenzburg waren Weggefährtinnen und Weggefährten von Luise Thut, also ehemalige und aktive Freiwillige von Hospiz Aargau. Der unermüdliche Einsatz der Mitstreiterinnen und Mitstreiter von Luise Thut für eine damals hierzulande unbekannte und heute nicht mehr wegzudenkende Institution wurde im Rahmen dieser Veranstaltung gewürdigt. Zudem stellte Hospiz Aargau seine Aktivitäten zum 30-Jahre-Jubiläum vor.

 


Medienreaktionen und Bilderreigen zum Projektstart «erinnern ermutigt»

Ziel des Projekts «erinnern ermutigt» ist es, Menschen zu ermuntern, sich auch im höheren Alter zu engagieren und etwas zu bewirken. Dies in Erinnerung an Luise Thut; sie hat die Hospiz-Bewegung in der Schweiz nach ihrem 60. Altersjahr lanciert. 

In ihrer Ausgabe vom 4. März berichten die Aargauer Zeitung und der Bremgarter Bezirks-Anzeiger vom Anlass. Der «Lichtblick» vom 22. März widmet «erinnern ermutigt» ebenfalls einen Beitrag.

Der folgende Bilderreigen gibt Einblick in den Projektstart «erinnern ermutigt». Fotos: Felix Wey

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